Daten & Technik
Die Plattform ist nur so gut wie die Daten, die hineinkommen. Diese Seite erklärt — ehrlich und ohne Buzzwords — was BMD-Exporte tatsächlich liefern, wie KI und klassische Logik sauber getrennt werden, und wie das Ganze aufgebaut ist.
Datenrealität — was geht, was nicht
Eine ehrliche Auseinandersetzung mit dem, was BMD-Exporte tatsächlich liefern, ist der wichtigste Erfolgsfaktor. Wer das Folgende ignoriert, baut ein schönes Tool auf wackligen Daten.
Was meistens funktioniert
- Buchungsjournal (CSV/XLS) ist vorhanden, hat Konto, Datum, Betrag, Belegtext
- OP-Listen Debitoren / Kreditoren sind verfügbar und gepflegt
- Anlagenspiegel ist vorhanden
- Saldenliste / SuSa pro Periode
- Eindeutige Mandantenkennung
Was oft Probleme macht
- Spaltenbenennung schwankt je Kanzlei und Export-Variante
- Belegtexte sind frei und teils kryptisch
- Kostenstellen werden uneinheitlich oder gar nicht geführt
- Eröffnungsbilanz vs. laufende Buchungen nicht klar getrennt
- Stornos und Nachbuchungen — ohne Snapshot-Versionierung verfälscht das jede Trendanalyse
- Verschiedene Kontenrahmen (SKR03, SKR04, EKR, Eigenkonten)
Vor jedem Modul steht ein Validierungslauf: Summenabgleich, Kontenlogik, Konsistenz. Schlägt er fehl, wird kein Ergebnis ausgegeben — die Kanzlei sieht einen klaren Hinweis statt eines falschen Berichts. Diese Strenge ist nicht Komfort-Verlust, sondern Haftungsschutz.
Wie funktioniert das technisch — in einfachen Worten
Drei Schichten, sauber getrennt:
Daten-Schicht — strukturiert und prüfbar
BMD-Exporte werden eingelesen, normalisiert (alle Spalten heißen jetzt gleich, egal aus welchem Export sie kamen) und in einer lokalen Datenbank abgelegt. Jeder Import ist ein Snapshot mit Zeitstempel — nichts wird überschrieben. Damit ist jeder Stand rekonstruierbar.
Berechnungs-Schicht — deterministisch
Hier werden Kennzahlen, Salden, Prognosen ausgerechnet. Klassische Logik, kein KI-Modell. Wenn die Kanzlei dasselbe nachrechnet, kommt dieselbe Zahl heraus. Genau das ist der Unterschied zu rein KI-getriebenen Lösungen, die "halluzinieren" können.
Interpretations-Schicht — KI
Die KI bekommt die fertigen Zahlen und Aufgaben wie "fasse zusammen", "erkläre den Trend", "klassifiziere diesen Belegtext". Sie rechnet nicht selbst und entscheidet nicht autonom. Sie liefert Texte und Vorschläge — die Freigabe bleibt beim Steuerberater.
Das Modell Claude (Anthropic) wird verwendet, weil es bei Tabellen-Verständnis und strukturierter Erklärung führend ist und Anthropic standardmäßige Auftragsverarbeitungsverträge (AVV) nach DSGVO bereitstellt. Trotzdem werden personenbezogene Daten vor dem Versand pseudonymisiert (Klarnamen, Steuer-IDs, Kontonummern werden ersetzt).
Architektur (vereinfacht)
BMD-Export (CSV / XLS / XML)
│
▼
┌──────────────────────────┐
│ Einlesen & Validieren │ Multiformat-Parser
│ │ Plausibilitätschecks
└────────────┬─────────────┘
│
▼
┌──────────────────────────┐
│ Datenbank (lokal) │ DuckDB (MVP) → Postgres
│ Snapshots, versioniert │
└────────┬─────────┬───────┘
│ │
┌────────▼───┐ ┌───▼─────────────┐
│ Berechnung │ │ KI-Interpret. │
│ (SQL, │ │ (Claude API) │
│ Forecast) │ │ Erklären, fassen│
└────────┬───┘ └───┬─────────────┘
│ │
└────┬────┘
▼
┌──────────────────────────┐
│ Ausgabe │ Web-UI · PDF · Excel
│ │ immer mit Drilldown
└──────────────────────────┘
Im MVP läuft alles lokal auf der Kanzlei-Hardware oder einem dedizierten On-Prem-Server. Cloud-Anteil ist nur die KI-Interpretation, mit pseudonymisierten Eingaben.